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Manuel Antonio – Wo Faultiere am Traumstrand leben

Nationalpark der Superlative an Costa Ricas Pazifikküste

Der Nationalpark Manuel Antonio ist das Zuhause der Kapuzineräffchen, die hier häufiger anzutreffen sind als anderswo.
Der Nationalpark Manuel Antonio ist das Zuhause der Kapuzineräffchen, die hier häufiger anzutreffen sind als anderswo.

Der Howler-Affe starrt mich aus drei Metern Entfernung an. Ich starre zurück. Wir befinden uns in einer Art Pattsituation. Er sitzt auf einem Ast, der sich über den Wanderweg beugt, ich stehe darunter und überlege, ob ich das Risiko eingehen soll, unter ihm hindurchzugehen. Nach dreißig Jahren Reiseerfahrung in den Tropen weiß ich: Affen über einem sind immer ein kalkuliertes Risiko.

"No te preocupes", sagt eine Stimme hinter mir. "Er ist friedlich." Ich drehe mich um und sehe einen Park-Ranger in der charakteristischen grünen Uniform. Er lächelt. "Das ist Pancho. Er kennt alle Besucher. Wartet nur darauf, dass jemand eine Banane fallen lässt."

Willkommen im Manuel Antonio Nationalpark – dem kleinsten, aber vielleicht spektakulärsten Nationalpark Costa Ricas, wo die Grenzen zwischen Dschungel und Paradiesstrand verschwimmen.


Die Ankunft im Pura Vida-Paradies

Die Fahrt von San José nach Manuel Antonio dauert etwa dreieinhalb Stunden, aber jede Minute lohnt sich. Die Straße schlängelt sich von den kühlen Bergen des Zentraltals hinunter zur heißen, feuchten Pazifikküste. Palmen ersetzen Kiefern, die Luft wird schwerer, salziger. Und dann, nach der letzten Kurve, liegt er da: der Pazifische Ozean, glitzernd und endlos.

Der Ort Quepos, das Tor zum Nationalpark, war einmal eine verschlafene Fischerstadt. Heute ist es ein lebendiges touristisches Zentrum, aber immer noch authentisch genug, um charmant zu sein. Fischerboote schaukeln im Hafen, Ticos (wie sich die Costa Ricaner selbst nennen) spielen Domino im Schatten, der Duft von gebratenem Fisch weht vom Mercado Central herüber.

Von Quepos sind es noch sieben Kilometer bis zum Nationalpark-Eingang – eine kurvenreiche Küstenstraße, die sich durch dichten Regenwald schlängelt. Hotels, Lodges und Restaurants reihen sich aneinander, von Budget-Hostels bis zu Luxus-Resorts. Ich habe mich für eine kleine Eco-Lodge auf halber Strecke entschieden, eingebettet in den Dschungel mit Blick auf den Ozean.


Der kleinste Nationalpark mit der größten Biodiversität

Mit nur 16,24 Quadratkilometern (einschließlich der 55.000 Hektar Meeresfläche) ist Manuel Antonio einer der kleinsten Nationalparks Costa Ricas. Aber was ihm an Größe fehlt, macht er durch schiere Artenvielfalt mehr als wett. Über 109 Säugetierarten und 184 Vogelarten leben hier auf engstem Raum – eine der höchsten Biodiversitätsdichten weltweit.

Der Park wurde 1972 gegründet, hauptsächlich um den vom Aussterben bedrohten Totenkopfaffen (Mono Tití) zu schützen. Heute leben etwa 1.500 dieser kleinen, charismatischen Primaten hier – eine der wenigen stabilen Populationen in ganz Mittelamerika.

Aber es ist die einzigartige Kombination, die Manuel Antonio so besonders macht: Primärregenwald trifft auf weißsandige Traumstrände, steile Klippen auf türkisfarbene Buchten, dichter Dschungel auf offene Mangroven. Es ist, als hätte die Natur alle ihre besten Ideen auf einem winzigen Fleckchen Erde zusammengepackt.


das Paradies kann nicht schöner sein
das Paradies kann nicht schöner sein


Die Begegnung mit Perezosos – den Meistern der Langsamkeit


Am frühen Morgen, um 6 Uhr, wenn der Park öffnet, bin ich einer der Ersten am Eingang. Die frühen Morgenstunden sind die beste Zeit – die Tiere sind aktiv, die Hitze noch erträglich, und die Massen von Besuchern noch nicht angekommen.

Am Eingang treffe ich Carlos, einen zertifizierten Naturführer, den ich am Vortag gebucht habe. Er trägt ein Teleskop auf dem Rücken – unverzichtbar für jeden guten Guide hier. "Heute zeige ich dir das echte Manuel Antonio", verspricht er.

Keine hundert Meter nach dem Eingang bleibt er stehen, richtet sein Teleskop auf die Baumkronen. "Mira", flüstert er. "Schau."

Ich spähe durch das Okular, und da ist es: Ein Dreifinger-Faultier, perfekt getarnt im Blätterdach. Ohne Carlos hätte ich es nie gesehen. Es hängt bewegungslos, nur gelegentlich dreht es langsam den Kopf. Das Gesicht scheint zu lächeln – dieser permanente, leicht dümmliche Ausdruck, der Faultiere so unwiderstehlich macht.

"Das ist ein Weibchen", erklärt Carlos. "Siehst du den kleinen Fleck auf dem Rücken? Das ist ein Baby, vielleicht drei Wochen alt."

Tatsächlich, bei genauem Hinsehen erkenne ich ein winziges Faultier, das sich an die Mutter klammert. Mein Herz schmilzt.

Faultiere sind die inoffiziellen Maskottchen von Manuel Antonio. Die meisten Besucher kommen hierher mit einem Ziel: Ein Faultier in freier Wildbahn zu sehen. Und hier ist die Chance dafür höher als irgendwo sonst in Costa Rica. Carlos schätzt, dass er an einem durchschnittlichen Tag fünf bis acht Faultiere sichtet.

"Sie bewegen sich so wenig", erklärt er, "dass Algen auf ihrem Fell wachsen. Das gibt ihnen die grünliche Färbung – perfekte Tarnung. Und sie kommen nur einmal pro Woche vom Baum runter, um zu defäkieren. Den Rest der Zeit hängen sie einfach rum."

Ein Lebensstil, den ich nach drei Jahrzehnten Reisen durchaus bewundern kann.



Die vier Gesichter der Manuel Antonio Strände

Der Park umfasst vier Hauptstrände, jeder mit eigenem Charakter:

Playa Espadilla Sur ist der erste Strand, den man erreicht – ein breiter, weißer Sandstrand mit sanften Wellen. Perfekt zum Schwimmen, und meist am vollsten. Heute, an einem Dienstag in der Nebensaison, sind vielleicht fünfzig Menschen hier. In der Hochsaison können es mehrere hundert sein.

Aber selbst mit Menschen ist er wunderschön. Das Wasser ist warm – etwa 28 Grad – und klar genug, um kleine Fische zu sehen, die um die Füße schwimmen. Palmen werfen Schatten auf den Sand. Und überall, wirklich überall, sind Tiere.

Ein Grünleguan, fast einen Meter lang, sonnt sich auf einem Felsen. Kapuzineraffen turnen durch die Bäume am Waldrand. Ein Pelikan gleitet majestätisch über die Wellen. Und dort, am Rand des Dschungels, sitzt ein Waschbär und gräbt im Sand nach Krabben.

"Das ist das Problem", sagt Carlos und zeigt auf eine Gruppe Touristen, die Snacks aus ihren Rucksäcken holen. "Die Tiere haben gelernt, dass Menschen Essen bedeuten. Deshalb sind sie so zahm geworden – zu zahm."

Tatsächlich nähert sich ein frecher Kapuzineraffe der Gruppe, schnellt plötzlich vor und schnappt sich eine Tüte Chips direkt aus der Hand einer überraschten Touristin. Sie kreischt, der Affe flüchtet in die Bäume und verschlingt triumphierend seine Beute.

"Deshalb ist Füttern streng verboten", seufzt Carlos. "Aber die Leute lernen es nicht."

Playa Manuel Antonio, der zweite Strand, ist kleiner, geschützter, fast wie eine private Bucht. Eine kleine Halbinsel trennt ihn vom offenen Ozean, was das Wasser hier besonders ruhig macht. Familien mit kleinen Kindern bevorzugen diesen Strand.

Ich schwimme hinaus, tauche unter. Das Wasser ist kristallklar. Bunte Fische schwimmen vorbei – Papageienfische, Doktorfische, sogar kleine Rochen. Manuel Antonio hat nicht die Korallenriffe der Karibik, aber die Artenvielfalt ist dennoch beeindruckend.

Als ich auftauche und zurück zum Strand schaue, sehe ich die perfekte Costa Rica-Postkarte: Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, dichter grüner Dschungel, der bis ans Wasser reicht. Und auf einem überhängenden Ast: ein Faultier. Natürlich.

Playa Escondido – der versteckte Strand – macht seinem Namen alle Ehre. Man erreicht ihn nur bei Ebbe über eine kleine Felspassage oder schwimmend. Er ist winzig, von Klippen eingeschlossen, und meist menschenleer. Hier setze ich mich in den Schatten eines Mandelbaums und genieße die Stille.

Playa Playita schließlich ist der abgelegenste Strand, am Ende des Parks. Der Weg dorthin führt durch dichten Dschungel, und nicht viele Besucher machen sich die Mühe. Das Ergebnis: Ein fast privater Strand, wo man Spuren im Sand hinterlässt und Einsiedlerkrebse beim Wandern beobachten kann.



Auf der Spur der Mono Tití

Carlos hat eine Mission: Er will mir die Totenkopfäffchen zeigen, die Manuel Antonio berühmt gemacht haben. Diese kleinen Primaten – sie wiegen gerade mal 600 bis 900 Gramm – gibt es nur noch an der Pazifikküste Costa Ricas, und Manuel Antonio ist ihre Hochburg.

Wir folgen einem schmalen Pfad tiefer in den Dschungel. Die Luftfeuchtigkeit ist drückend, Schweiß rinnt mir über das Gesicht. Aber Carlos ist fokussiert, die Augen ständig in den Baumkronen.

Dann hört er es – ein hohes Piepsen, fast wie Vogelgezwitscher. "Ahí están", flüstert er aufgeregt. "Da sind sie."

Und plötzlich sind sie überall. Eine ganze Truppe von Totenkopfäffchen – vielleicht zwanzig, dreißig Tiere – bewegt sich durch die Bäume. Sie sind winzig, agil, und unglaublich süß. Das charakteristische weiße Gesicht mit den dunklen Augen und dem schwarzen Mund gibt ihnen tatsächlich das Aussehen eines kleinen Totenkopfes.

Sie springen von Ast zu Ast mit einer Leichtigkeit, die alle Gesetze der Physik zu ignorieren scheint. Ein Jungtier, nicht größer als eine Hand, klammert sich an den Rücken seiner Mutter. Ein anderes hängt kopfüber und inspiziert eine Bromelienblüte nach Insekten.

"Sie sind sehr sozial", erklärt Carlos leise. "Leben in großen Gruppen, kommunizieren ständig miteinander. Und sie sind unglaublich intelligent – verwenden verschiedene Rufe für verschiedene Gefahren."

Als würde er auf Stichwort reagieren, stößt plötzlich ein Affe einen scharfen Warnruf aus. Sofort friert die ganze Truppe ein, Augen zum Himmel gerichtet. Ich folge ihren Blicken und sehe es: Ein Schwarzer Milan kreist über den Bäumen – ein Raubvogel, der es auf junge Äffchen abgesehen hat.

Die Truppe wartet, bewegungslos, bis der Vogel weiterfliegt. Dann setzen sie ihre Futtersuche fort, als wäre nichts gewesen.

"Früher", sagt Carlos, "gab es nur noch etwa 1.500 dieser Äffchen. Der Park hat sie gerettet. Jetzt ist die Population stabil. Es ist eine Erfolgsgeschichte."



Die dunkle Seite des Paradieses

Aber nicht alles ist perfekt im Paradies. Manuel Antonio ist einer der meistbesuchten Nationalparks Costa Ricas – über 150.000 Besucher pro Jahr. Für einen so kleinen Park ist das enorm.

Die Folgen sind sichtbar. Müll ist ein Problem, trotz strenger Regeln. Einige Tiere sind zu zahm geworden, abhängig von menschlicher Nahrung. Die Pfade sind an manchen Stellen durch tausende Füße erodiert.

"Wir versuchen es zu kontrollieren", sagt Carlos. "Seit ein paar Jahren gibt es eine Obergrenze – maximal 600 Besucher pro Tag im Park, plus 200 am Strand. Dienstags ist der Park geschlossen, damit sich die Natur erholen kann. Aber es ist ein ständiger Kampf."

Er zeigt auf eine Stelle im Dschungel, wo ein Pfad abgesperrt ist. "Das war früher eine Abkürzung, die Touristen genommen haben. Illegal. Sie sind einfach durch den Dschungel getrampelt. Jetzt versuchen wir, die Vegetation dort wieder wachsen zu lassen."

Es ist die ewige Herausforderung: Wie schützt man ein Paradies, das so viele Menschen sehen wollen? Wie balanciert man Naturschutz und Tourismus?

Costa Rica versucht es mit dem Konzept des Ökotourismus. Hohe Eintrittspreise (16 Dollar für Ausländer), begrenzte Besucherzahlen, strikte Regeln, gut ausgebildete Guides. Es ist nicht perfekt, aber es ist besser als in vielen anderen Parks weltweit.



Die Wildlife-Show geht weiter

Am Nachmittag, als die Mittagshitze etwas nachlässt, mache ich mich auf den Weg zum Punta Catedral – einer Landzunge, die den Park in zwei Hälften teilt. Der Weg führt über eine schmale Landbrücke, bei Flut vom Wasser bedeckt, bei Ebbe ein sandiger Pfad.

Früher war Punta Catedral eine Insel. Aber über Jahrtausende hat sich Sand angesammelt und sie mit dem Festland verbunden – ein natürliches Phänomen, das Wissenschaftler Tombolo nennen.

Der Rundweg um die Landzunge ist einer der schönsten im Park. Er führt durch dichten Wald, vorbei an riesigen Würgefeigen, deren Luftwurzeln wie Vorhänge von den Ästen hängen. Bromelien und Orchideen schmücken jeden Baum.

Und die Tiersichtungen gehen weiter:

Ein Grünleguan, so groß wie ein kleines Krokodil, klettert gemächlich einen Baumstamm hinauf. Seine Bewegungen sind langsam, bedächtig – aber wenn er will, kann er blitzschnell sein.

Ein Kolibri, nicht größer als ein Daumen, schwebt vor einer roten Heliconie. Seine Flügel schlagen so schnell, dass sie unsichtbar sind – nur ein Summen verrät ihre Präsenz.

Ein Brauner Pelikan taucht aus zehn Metern Höhe ins Wasser, ein spektakulärer Sturzflug, und taucht Sekunden später mit einem Fisch im Schnabel auf.

Und dann, der Höhepunkt: Auf einem Ast über dem Pfad hängen zwei Faultiere. Nicht eins – zwei. Sie sind ineinander verschlungen, bewegen sich in Zeitlupe. Carlos, der mich begleitet hat, grinst. "Das ist selten. Die sind normalerweise Einzelgänger. Das hier – das ist Liebe, Freund."

Tatsächlich scheinen die beiden Faultiere in einer zärtlichen Umarmung zu verharren, ihre Bewegungen so langsam, dass man fünf Minuten braucht, um überhaupt eine Veränderung wahrzunehmen.

"Faultier-Liebe", sage ich zu Carlos. "Die geduldigste Romanze der Welt."



Der Sonnenuntergang von Punta Catedral

Ich bleibe auf Punta Catedral bis zum Sonnenuntergang. Von hier hat man einen 360-Grad-Blick – der Pazifik auf der einen Seite, die Bucht von Manuel Antonio auf der anderen, und dahinter die grünen Berge des Landesinneren.

Die Sonne sinkt langsam Richtung Horizont, färbt den Himmel in Farben, die zu kitschig wären, wären sie nicht real. Orange, Pink, Violett – ein Aquarellgemälde, das sich minütlich verändert.

Pelikane fliegen in Formation vorbei, ihre Silhouetten schwarz gegen den orangefarbenen Himmel. In der Ferne springt ein Delfin aus dem Wasser – nur kurz, ein silberner Bogen, dann ist er wieder verschwunden.

Und als die Sonne den Horizont berührt, wird es still. Die Vögel verstummen, als würden sie innehalten, um dem Schauspiel zuzusehen. Selbst die Wellen scheinen leiser zu werden.

Dann ist sie verschwunden. Die Dämmerung setzt ein, die blaue Stunde, in der die Welt zwischen Tag und Nacht schwebt. Die ersten Fledermäuse tauchen auf, jagen Insekten im schwindenden Licht. Irgendwo im Dschungel brüllen die Howler-Affen ihr Abendlied.

Ich sitze noch lange auf den Felsen, will den Moment nicht loslassen. Das ist Costa Rica. Das ist Pura Vida – das pure Leben. Ein Land, das 25% seiner Fläche unter Naturschutz gestellt hat, das seine Armee abgeschafft und in Bildung und Umweltschutz investiert hat, das der Welt zeigt, dass ein anderer Weg möglich ist.



Die Herausforderungen der Nacht

Nachts ist der Park geschlossen, aber der Dschungel rund um Quepos schläft nie. Von der Terrasse meiner Lodge aus beobachte ich das nächtliche Treiben.

Glühwürmchen tanzen zwischen den Bäumen, ihre kleinen Lichter wie fallende Sterne. Grillen und Frösche stimmen ihr nächtliches Konzert an – eine Kakophonie, die für manche nervig ist, für mich aber der schönste Schlafsound der Welt.

Plötzlich ein Rascheln im Dach. Ich leuchte mit der Taschenlampe nach oben und sehe zwei leuchtende Augen. Ein Wickelbär – ein nachtaktiver Verwandter der Waschbären, mit einem langen, greiffähigen Schwanz. Er mustert mich kurz, unbeindruckt, und klettert weiter.

Das ist das Schöne an Manuel Antonio: Der Dschungel ist nicht weit weg, hinter Zäunen und Mauern. Er ist hier, direkt vor der Tür, und die Tiere respektieren keine Grenzen zwischen Park und Stadt.



Ein letzter Morgen im Paradies

Meinen letzten Morgen verbringe ich am Playa Espadilla Sur, dem Hauptstrand. Die Sonne steht noch tief, wirft lange Schatten. Das Wasser ist spiegelglatt, reflektiert den blauen Morgenhimmel.

Ich schwimme weit hinaus, drehe mich auf den Rücken und treibe. Über mir nur Himmel, unter mir unergründliches Blau. An der Küste der Dschungel, eine grüne Mauer, die bis ans Wasser reicht.

Und ich denke: So muss Paradies aussehen. Nicht perfekt – es gibt Probleme, Herausforderungen, Konflikte zwischen Mensch und Natur. Aber trotzdem: magisch.

Als ich aus dem Wasser komme, sehe ich eine Gruppe von Totenkopfäffchen am Strand. Sie spielen im Sand, jagen einander, untersuchen Muscheln. Touristen fotografieren aus respektvoller Distanz.

Eines der Äffchen, ein Junges, kommt näher, neugierig. Es setzt sich auf einen Baumstamm, keine fünf Meter entfernt, und beobachtet mich mit diesen großen, dunklen Augen.

Wir schauen uns an, das Äffchen und ich. Ein Moment der Verbindung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Lebewesen. Dann springt es mit einem fröhlichen Piepsen davon, zurück zu seiner Truppe.

Ich packe meine Sachen, werfe einen letzten Blick auf den Strand, den Dschungel, das Meer. Manuel Antonio – der kleinste Nationalpark Costa Ricas, aber vielleicht der mit dem größten Herzen.

Praktische Informationen:

  • Lage: Pazifikküste, Provinz Puntarenas, 7 km südlich von Quepos

  • Anreise:

    • Von San José: 3,5 Stunden mit dem Auto

    • Bus: Direkt ab San José, ca. 4 Stunden, ~8 USD

    • Flug: Nach Quepos (25 Minuten), dann 15 Minuten Transfer

  • Eintritt: 16 USD für Ausländer, 1.600 Colones für Einheimische

  • Öffnungszeiten: 7:00-16:00 Uhr, dienstags geschlossen

  • Besucherlimit: 600 Besucher pro Tag im Park (vorher online buchen empfohlen!)

  • Beste Reisezeit:

    • Trockenzeit: Dezember-April (wenig Regen, voll)

    • Grüne Saison: Mai-November (mehr Regen, weniger Menschen, üppigere Natur)

  • Was mitnehmen:

    • Badekleidung & Handtuch

    • Wasserdichte Tasche

    • Sonnenschutz & Insektenschutz

    • Viel Wasser (keine Verkaufsstände im Park)

    • Kamera mit gutem Zoom

  • Guide: Nicht obligatorisch, aber sehr empfohlen (30-40 USD für 2-3 Stunden)

  • Regeln:

    • KEIN Füttern der Tiere

    • Müll mitnehmen

    • Auf den Wegen bleiben

    • Mindestabstand zu Tieren: 2 Meter

  • Unterkunft:

    • Budget: Hostels in Quepos ab 15 USD

    • Mittelklasse: Hotels am Strand 60-120 USD

    • Luxus: Boutique-Resorts 200+ USD

  • Tipp: Früh kommen (bei Öffnung), am Wochenende vermeiden wenn möglich

Pura Vida, Manuel Antonio. Du kleines, perfektes Stück Paradies am Pazifik.


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